“Qualität spielt die Hauptrolle”: Wie unsere Kampagne Eltern und Bezugspersonen für die Bedeutung der Spielgruppenwahl sensibilisiert

Spielgruppen sind ein wichtiger Teil der frühkindlichen Entwicklung. Jedoch gibt es in der Schweiz keine einheitlichen Qualitätsstandard. Das ist vielen Eltern nicht bewusst. Gleichzeitig ist die Wahl einer qualitativ hochstehenden Spielgruppe entscheidend für eine gute Betreuung und Förderung der Kinder. Für den Schweizerischen Spielgruppen-LeiterInnen-Verband SSLV haben wir deswegen eine nationale Sensibilisierungskampagne entwickelt, die Eltern und Bezugspersonen für die Rolle der Qualität bei der Spielgruppenwahl sensibilisiert. 

Innert weniger Monate konnte die Kampagne flächendeckend Eltern und Bezugspersonen erreichen, in den Dialog für Qualität in Spielgruppen involvieren und über Informationsmaterialien Entscheidungshilfen zur Seite stellen. Kampagnen wie diese zeigen, wie erfolgreich Sensibilisierungskampagnen nachhaltig auf wichtige Themen aufmerksam machen können, wenn sie richtig gemacht sind, auf Augenhöhe geführt werden und echten Mehrwert bieten.

Spielgruppen fördern emotionale, sprachliche und motorische Kompetenzen. Doch hinter den Kulissen zeigt sich ein heterogenes Bild: Da Spielgruppen in der Schweiz nicht einheitlich reguliert sind, bestehen zwischen den einzelnen Angeboten teilweise grosse Qualitätsunterschiede. Viele Eltern gehen fälschlicherweise davon aus, dass jedes Angebot systematisch geprüft wird. Hier setzte unsere Kampagne «Qualität spielt die Hauptrolle» an.

Digital trifft Analog

Als ersten Schritt in der Kampagnenstrategie galt es, sich der Zielentwicklung anzunehmen. Dabei haben wir den SSLV beraten, Analysen getätigt und mittels Fokusgruppen und Umfragen die Problemstellung geschärft. Nach der Konzeptphase stand das Ziel fest: Eltern sollen auf das Thema aufmerksam gemacht werden - und befähigt werden, eine sichere, qualitativ hochstehende Spielgruppe für ihr Kind auszuwählen. Damit die Kampagnenbotschaft sich verankern kann und den Fundus an Erfahrungen von Eltern und Fachpersonen partizipativ integriert, sollten die Zielgruppen zudem aktiv eingebunden werden in die Kampagne, etwa mittels Erfahrungsberichten. 

Für die Umsetzung der Kampagnenstrategie setzten wir auf einen Kommunikationsmix:

  • Website: Eltern finden konkrete Orientierungshilfen wie Checklisten, Hintergrundinfos zu Qualitätsmerkmalen und authentische Erfahrungsberichte
  • Social Media: Die Zielgruppen werden über Instagram und Facebook direkt in ihrem Alltag erreicht
  • Öffentlicher Raum: Grossformatige Plakate an stark frequentierten Orten führten via QR-Code direkt zu den Hilfsmitteln.
  • Partizipation: Durch Umfragen und das Einbinden von Elternstimmen wurde die Kampagne persönlich und hat Eltern und Fachpersonen direkt eingebunden
  • Multiplikation: Gemeinden, Fachstellen und Partnerorganisationen sind eingebunden, um die Kampagne weiterzutragen, zu verankern und eine 360-Grad-Kommunikation zu erzielen.

Warum diese Kampagne so gut wirkt

Bei dieser Kampagne ging es um mehr als nur Information. Sie hat Eltern befähigt, fundierte Entscheidungen für ihr Kind zu treffen und sorgte damit für mehr Chancengleichheit. Darüber hinaus stärkte die Kampagne den SSLV als Kompetenzzentrum für Spielgruppenqualität und förderte die Zusammenarbeit mit Fachstellen, Gemeinden und politischen Entscheidungsträger:innen.

Besonders wichtig für den Erfolg dieser Kampagne, waren die gewählten Ansätze:

  • eine sorgfältig entwickelte, innovative Kampagnenstrategie
  • Die Kombination aus emotionaler Ansprache und konkreten Entscheidungshilfen
  • Der gewählte Kommunikationsmix mit digitalem Schwerpunkt
  • Die aktive Einbindung von Eltern als Multiplikator:innen
  • Der Einsatz authentischer Erfahrungsberichte

Die Sensibilisierung geht weiter, sowohl für Neu-Eltern wie auch in der Multiplikation über die Organisationskommunikation. Erfolgreiche Kampagnen werden nämlich in die laufende Geschäftstätigkeit integriert, damit sie nachhaltig wirken können. 

Yumi Speich