← Zurück zu Dienstleistungen03 — Lobbying & Public Affairs

Lobbying und Public Affairs in der Schweiz – Advocacy, die ankommt

Kampagnenforum begleitet NGOs, Stiftungen und Verbände in politischen Geschäften – in Bern, in den Kantonen und in der Öffentlichkeit. Strategisches Lobbying, Vernehmlassungen, Akteursvernetzung und Verfahrensbegleitung.

Lobbying ist in der Schweiz mehr als „Türöffner“ in Bern – es ist die strategische Begleitung politischer Prozesse über Kantons- und Sprachgrenzen hinweg. Wer eine Stellungnahme einreicht, eine Vernehmlassung mitprägt oder gegenüber einem Departement positioniert, arbeitet in der Logik der direkten Demokratie. Genau dort setzt das Kampagnenforum an: Wir verbinden Public Affairs mit Advocacy und Campaigning – von der Akteursanalyse über die Argumentationslinien bis zur Begleitung konkreter Gesetzgebungsgeschäfte. Für NGOs, Stiftungen und Verbände heisst das: ein Mandat, das Akteursbeziehungen, mediale Sichtbarkeit und parlamentarische Verfahren zusammendenkt. Diskret, transparent und immer mit Blick auf die strategische Wirkung im politischen System der Schweiz.

Was ist Lobbying – und was grenzt es von Campaigning ab?

Lobbying bezeichnet die strukturierte und dokumentierte Vertretung von Interessen gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Verwaltung – ausserhalb des öffentlichen Raums. In der Schweiz umfasst das die Mitarbeit an Vernehmlassungen, Gespräche mit Parlamentsmitgliedern und Kommissionsangehörigen sowie die Erarbeitung fachlicher Stellungnahmen zu Vorlagen.

Campaigning zielt dagegen auf die Mobilisierung der Öffentlichkeit: Petitionen, Medienaktionen, soziale Netzwerke, Abstimmungen. Beide Ansätze ergänzen sich dort, wo eine Kampagne den Druck erzeugt, den ein politischer Prozess anschliessend in eine Entscheidung übersetzen kann. Kampagnenforum verbindet beide Disziplinen im selben Mandat.

DimensionLobbyingCampaigning
ZielakteurParlament, Verwaltung, ParteienÖffentlichkeit, Medien
ZielPolitische EntscheidungAufmerksamkeit, öffentlicher Druck
KanalGespräch, Stellungnahme, AnhörungPetition, Medien, Social Media
TonalitätSachlich, fachlich, diskretEmotional, mobilisierend, öffentlich
BeweismittelStudie, Daten, RechtsvergleichZeugnis, Bild, Erzählung

Unsere Leistungen in Lobbying und Public Affairs

Vier Leistungsfelder decken die meisten Mandate ab, die wir für NGOs, Stiftungen und Verbände in der Schweiz führen. Jedes Feld lässt sich einzeln oder kombiniert beauftragen – für ein konkretes Dossier oder als laufende Begleitung.

Interessenvertretung in Bern (eidgenössisch)

Nationalrat, Ständerat, Fachkommissionen (WBK, UVEK, WAK, SGK, RK, SiK), Departemente und Bundesverwaltung: Wir identifizieren die richtigen Ansprechpersonen, bereiten Briefings vor und begleiten Gespräche. Zum Zürcher Standort kommt die direkte Präsenz in Bern.

Kantonale und kommunale Public Affairs

Die Schweiz entscheidet häufig auf kantonaler oder kommunaler Ebene: Kantonsparlamente, Regierungsräte, Gemeindeexekutiven. Ein grosser Teil unserer Mandate betrifft die Deutschschweiz, wir arbeiten aber regelmässig in der Romandie und der Svizzera italiana, wenn es das Dossier verlangt.

Vernehmlassungen und Stellungnahmen

Ausarbeitung von Stellungnahmen zu laufenden Vernehmlassungen, Koordination von Allianzen mit anderen NGOs und Verbänden, Fristenmanagement. Der Politikradar von Kampagnenforum fasst die Bundesratsentscheide und laufenden Vernehmlassungen zusammen – für den nötigen Vorsprung.

Advocacy-Kampagnen an der Schnittstelle zur Politik

Wenn öffentlicher Druck ein politisches Dossier unterstützt, führen wir Kampagne und Lobbying in einem Aufbau zusammen. Petitionen, Aktionstage, Medienpräsenz und parlamentarische Termine verstärken sich gegenseitig.

Ablauf eines Public-Affairs-Mandats

Ein Public-Affairs-Mandat folgt fünf Phasen, die sich überlappen. Je nach Mandat sind einzelne Phasen kürzer, andere dauern mehrere Sessionen. Unsere Arbeit richtet sich nach dem politischen Fenster – nicht umgekehrt.

  1. 1. Landschaftsanalyse und Akteurs-Mapping

    Wir zeichnen die relevanten Akteure, ihre Positionen und ihre Einflusskanäle nach. Wo stehen Verwaltung, Parlamentsmitglieder, Verbände und Allianzen heute – und wo positionieren sie sich voraussichtlich im laufenden Geschäft? Daraus entsteht ein Briefing-Book als Arbeitsgrundlage für das Mandat.

  2. 2. Positionierung und Argumentationslinien

    Auf Basis der Akteursanalyse erarbeiten wir die Positionierung: Welche Botschaft trägt – gegenüber wem, mit welcher Beweislage? Wir formulieren Argumentationslinien, formulieren Kernbotschaften und bereiten Talking Points für Gespräche und Medienauftritte vor. Ein Spoken-word-Test schärft die Botschaften, bevor sie nach aussen gehen.

  3. 3. Aufbau und Pflege des Beziehungsnetzes

    Lobbying baut auf langfristigen Beziehungen. Wir öffnen Türen zu Parlamentsmitgliedern, Kommissionen, Verwaltung und Verbänden – transparent, dokumentiert und mit klarer Mandatsbasis. Allianzen mit gleichgesinnten NGOs, Stiftungen und Wirtschaftsakteuren erhöhen die Wirkung.

  4. 4. Begleitung politischer Prozesse

    Vernehmlassungen, Motionen, Postulate, parlamentarische Initiativen, Volksinitiativen, Referenden – wir begleiten konkrete Verfahren, koordinieren Eingaben und platzieren die Mandatsposition an den entscheidenden Stellen. Dazu gehört die laufende Medienarbeit, wenn ein Geschäft öffentliche Aufmerksamkeit erhält.

  5. 5. Monitoring, Reporting und Kurskorrektur

    Politikmonitoring ist kein Selbstzweck. Wir beobachten das politische Umfeld, werten Entscheide aus, leiten Handlungsempfehlungen ab und rapportieren regelmässig an die Mandatsleitung. Wenn sich die Ausgangslage ändert, passen wir Positionierung, Allianzen und Argumente an – ohne das Mandatsziel aus den Augen zu verlieren.

Spielregeln: Transparenz, Compliance und Ethik in der Schweiz

Lobbying in der Schweiz lebt von Vertrauen. Deshalb arbeiten wir nach klaren Standards: transparente Offenlegung der Mandate, Datenverarbeitung gemäss nDSG, Nachvollziehbarkeit von Gesprächen und Positionen, Einhaltung branchenspezifischer Verhaltenskodizes. Eine Eintragung in den entstehenden Lobbyregistern prüfen wir mandatsbezogen.

Wir dokumentieren politische Gespräche, führen ein Kontaktjournal und ordnen die bezogenen Positionen je Dossier. Auf Wunsch führen wir Mandate mit Auftragsbearbeitungsvertrag (ABV) im Sinne des nDSG – mit minimalen Datenräumen, definierten Zwecken und Audit-Recht. Daten politischer Gegner:innen oder Oppositioneller werden ausserhalb des Mandats nicht erhoben.

Inhaltlich verpflichten wir uns, keine Fakten zu erfinden, eigene Analysen klar von Positionen der Mandantschaft zu trennen und Unsicherheiten zu kennzeichnen. Zahlen, Zitate und Daten, die wir verwenden, sind belegt – oder klar als Einschätzung markiert.

Für wen wir arbeiten

Unsere Mandate richten sich an Organisationen, die in einem politischen Verfahren in der Schweiz Gehör brauchen: Leitungen von NGOs und Stiftungen, Public-Affairs-Verantwortliche von Dachverbänden und Branchenverbänden, aber auch Koordinationen von punktuellen Koalitionen zu einem konkreten Thema. Wir arbeiten regelmässig in den Feldern öffentliche Gesundheit, Soziales, Umwelt, Bildung und Grundrechte.

Wir sind nicht die richtige Adresse für klassisches Wirtschafts- oder Verbandslobbying grosser Industrien, für Inkognito-Kampagnen ohne offene Mandatsbasis und für rein ausländische Mandate ohne Schweizer Anknüpfung. Mehr über das Kampagnenforum erfahren →

Wann Public Affairs allein nicht reicht – die Schnittstelle zur Kampagne

Lobbying und Campaigning ergänzen sich. Droht ein politisches Dossier zu stagnieren, schafft eine öffentliche Kampagne den nötigen Druck; droht eine Kampagne zu verebben, gibt die parlamentarische Verankerung dem Schwung Dauer. Genau deshalb verzahnen wir beides – und deshalb bündeln unsere Mandate oft mehrere Disziplinen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist Public Affairs genau?

Public Affairs umfasst die strategische Interessenvertretung einer Organisation gegenüber politischen Entscheidungsträgern, Verwaltung und Öffentlichkeit. Sie verbindet Lobbying, politische Kommunikation, Stakeholder-Management und Issues-Monitoring zu einem Mandat mit klarer politischer Wirkung.

Was kostet eine Lobbying-Beratung in der Schweiz?

Ein laufendes Public-Affairs-Mandat wird typischerweise mit einem monatlichen Retainer honoriert; projektbasierte Vernehmlassungsbegleitung oder Kampagnen-Lobbying wird nach Aufwand offeriert. Die Höhe hängt von Reichweite, Risiko und Komplexität ab und wird im Erstgespräch beziffert.

Wie läuft eine Vernehmlassung in der Schweiz ab?

Eine Vernehmlassung dauert in der Regel 3 bis 4 Monate. Der Bundesrat publiziert den Vorentwurf und die Eckwerte, interessierte Akteure – Kantone, Verbände, NGOs – reichen Stellungnahmen ein. Wir bereiten Positionspapiere und Eingaben vor, koordinieren Allianzen und kommunizieren die Botschaft gezielt.

Sind Sie im Lobbyregister eingetragen?

Wir orientieren uns an den geltenden schweizerischen Transparenzregeln und anerkannten Branchenstandards. Eine allfällige Eintragung in offiziellen Lobbyregistern, die sich in der Schweiz im Aufbau befinden, prüfen wir mandatsbezogen.

Was unterscheidet Lobbying von Campaigning?

Lobbying zielt auf politische Entscheidungsträger und Verwaltung in nicht-öffentlichen Prozessen, Campaigning mobilisiert die Öffentlichkeit. Schnittstellen entstehen, wo eine Kampagne Druck auf einen politischen Prozess erzeugt – dann sprechen wir von Kampagnen-Lobbying.

Können Sie ein Mandat nDSG-konform führen?

Ja. Wir verarbeiten Stakeholder-Daten gemäss dem Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG) und mit minimalen, zweckgebundenen Datenräumen. Auf Wunsch werden Mandate mit Auftragsbearbeitungsvertrag (ABV) geführt.

Erstgespräch und unverbindliche Standortbestimmung

Ein 30-Minuten-Gespräch reicht, um einzuschätzen, ob ein Public-Affairs-Mandat sinnvoll ist – und was es eurer Organisation bringt. Diskret, unverbindlich, auf Deutsch oder Französisch.

Erstgespräch vereinbaren