Bundeshaus

Mehr Wirkung in der Kampagnenarbeit

Zum ersten Mal bietet Sandra Wilhelm ihr Coachingformat «Mehr Wirkung in der Kampagnenarbeit erzielen» bei Kampacademy an. Wer sie ist und was sie antreibt, erzählt sie uns im Interview gleich selbst!

Andrea Oertle, Kampacademy im Gespräch mit Sandra Wilhelm von anders kompetent.

Sandra, was hat dich zum Anbieten von diesem Kurs bewogen? Was war dein Aha-Erlebnis?

Sandra Wilhelm: Mich treibt schon länger die Frage um, wie Bildungsarbeit und Kommunikation von Nachhaltigkeitsanliegen in Richtung Wirkung weiterentwickelt werden können. Denn die grossen Probleme wie Klimawandel, Missachtung der Menschenrechte oder die immer grösser werdende Schere zwischen Arm und Reich sind nach wie vor nicht gelöst. Hier selbstkritisch zu hinterfragen, wie wir den Blick für hohe Output-Qualitäten auch noch hin zur Fragen nach den Outcomes und dem Impact richten können, interessiert mich schon länger. Denn bisherige Kampagnen sind ja nicht einfach schlecht, aber die Frage zur Wirkung müssen wir uns eben auch gefallen lassen.

 

Was ist dein Background?

Ich bin von Haus aus Umweltbildnerin, ich habe mein Pädagogik-Studium an der Uni Zürich mit den Fächern Umweltwissenschaften und Umweltpsychologie kombiniert. Mich interessierte dabei stets die interdisziplinäre Frage, wie wir als Menschen im Kontext Nachhaltiger Entwicklung denken und agieren und wie unser Umweltwirken gesteigert werden kann. Darum habe ich 2017 auch meine Firma unter dem Anspruch, «anders kompetent» zu werden, gegründet.

Weil für mich zunehmend Erwachsene als Zielpublikum wichtiger wurden – aktuelles Umweltverhalten ist ja sichtbares Vorbild für die kommenden Generationen – habe ich mich als Erwachsenenbildnerin und im Bereich Leadership weitergebildet. Mit meiner Firma berate ich nun Ausbildungsverantwortliche, Lehrpersonen sowie NGOs in wirkungs- und kompetenzorientierten Vorgehensweisen.

 

Bei welcher Kampagne hättest du dir gewünscht, das Know-how aus dem Kurs schon zu haben?

Ich bin keine Campaignerin. Ich interessiere mich aber für die Schnittstellen zwischen Kampagnen und Bildungsarbeit – so war ich lange bei Greenpeace Umweltbildung tätig und habe mitgeholfen, dort eine Schulstelle aufzubauen. Zudem unterrichte ich zusammen mit Andi Freimüller in einem Master an der Berner Fachhochschule, eben genau zu dieser Schnittstelle zwischen Campaining, Umweltpsychologie und Bildung. Diese Zusammenarbeit finde ich sehr fruchtbar, denn eigentlich wollen Umweltbildner und Campainger das Selbe: eine nachhaltige Lebensweise in unserer Gesellschaft. Die Frage, wie wir eine ersehnte Wirkung auch tatsächlich erzielen, interessiert mich also schon länger! Sie hat mich angetrieben, stets nach neuen und innovativen Wegen zu suchen.

 

Welche Erfahrungen machen dich zur idealen Referentin für diesen Kurs?

Ich bin überzeugt, dass mein konzeptioneller Aussenblick hilft, sich auf die Frage nach Evaluation und Wirkung einzulassen. Denn es geht mir ja um einen durchaus selbstkritischen Blick auf die eigene Kampagnenarbeit. Ich mache mich stark für eine sorgfältige Zielgruppen- und Problemanalyse und engagiere mich für eine frühzeitige Evaluationskonzeption – Dinge, die in der Erwachsenenbildung zentral sind. Ich bin überzeugt, dass es an den Rändern immer Spannendes zu lernen gibt. Wer sich darauf einlässt, bekommt Inspiration für die eigene Arbeit – wo jeder selbst sein ausgewiesener Experte ist. 

 

Wer muss diesen Kurs unbedingt besuchen?

An Wirkungssteigerung interessierte Kampagnenschaffende und Projektleitende aus dem weiten Feld der Non-Profit-Organisationen, die die Verantwortung für Kommunikations- und Bildungskampagnen inne haben.

 

Was können die Teilnehmenden erwarten, was lernen sie?

Sie können einen intensiven Tag mit viel Werkstatt-Feeling erwarten: Wir arbeiten mit den Beispielen der Teilnehmenden. Inputs werden nicht auf Vorrat vermittelt, sondern nah an der Praxis der Teilnehmenden. Wie gesagt, es geht mir darum, die bestehende Praxis in Richtung Wirkungsorientierung zu stärken. Dabei geht es immer auch um die Reflexion der eigenen Glaubenssätze, die man mit der eigenen Arbeit verbindet, oder eben um die Frage: „Tue ich das Richtige auf die richtige Weise?“

 

Was für einen Nutzen haben die TeilnehmerInnen im Alltag? In welchen Situationen hilft ihnen das Gelernte?

In der Ruhe eines Tages, abseits von der Hektik des Büroalltags, ermöglicht es die Werkstatt, das eigene Tun zu reflektieren und sich mit dem Modell der Wirkungsorientierung als Inspiration zu beschäftigen. Da der Transfer von Anfang an mitgedacht wird, verspreche ich mir vom Coaching einen hohen Nutzen für den eigenen Arbeitsalltag der Teilnehmenden. Gerade in Situationen, wo Kampagnen unter dem Druck (der Geldgeber, der Öffentlichkeit) ihre Wirkung 'beweisen' müssen, werden die Teilnehmenden Antworten haben, die sie in ihrer Kampagnenarbeit selber gefunden haben.


 



Sandra Wilhelm

Meine Leidenschaft gehört dem Unterricht und dem Konzipieren von selbstorganisierten, abwechslungsreichen und partizipativen Lernprozessen.

Seit mehr als 20 Jahren organisiere ich Lerngelegenheiten in verschiedenen Kontexten: an Fachhochschulen, für Weiterbildungen, mit Ehrenamtlichen oder für Lernprozesse innerhalb der eigenen Organisation - immer mit dem Bezug zu Umwelt und Nachhaltiger Entwicklung. Wichtigstes Anliegen ist mir dabei stets der Aufbau von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten für die Zukunft. 

Sandra Wilhelm