Humanitäre Hilfe im IZA-Budget: Was bedeutet die neue Gewichtung für Schweizer NGOs?
Der Bundesrat hat entschieden: Künftig sollen 40 Prozent des IZA-Budgets von rund 2,4 Milliarden Franken in humanitäre Hilfe und Akuthilfe fliessen. Bisher lag dieser Anteil bei 26 Prozent. Innerhalb der internationalen Zusammenarbeit verschiebt sich damit der Fokus stärker hin zu Krisenreaktion…
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Autorin: Marianne Affolter
Mehr Mittel für Akuthilfe innerhalb der internationalen Zusammenarbeit
Der Bundesrat hat entschieden: Künftig sollen 40 Prozent des IZA-Budgets von rund 2,4 Milliarden Franken in humanitäre Hilfe und Akuthilfe fliessen. Bisher lag dieser Anteil bei 26 Prozent. Innerhalb der internationalen Zusammenarbeit verschiebt sich damit der Fokus stärker hin zu Krisenreaktion und Nothilfe
Gleichzeitig werden andere Bereiche der IZA, insbesondere langfristig ausgerichtete Programme der Entwicklungszusammenarbeit, weniger stark gewichtet. Für Schweizer NGO stellt sich deshalb die Frage, welche Auswirkungen diese neue Prioritätensetzung auf Mandate, Partnerschaften und Projektfinanzierungen hat.
Wir bei Kampagnenforum evaluieren, was die Verschiebung im IZA-Budget konkret für NGO in der Schweiz bedeutet.
Bundesrats-Entscheidung: Relevanz für NGOs und Behörden auf einen Blick
Im hektischen Arbeitsalltag bleibt oft wenig Zeit, die einzelnen Medienmitteilungen zu den diversen Themen der Bundesratsentscheide zu studieren. Deshalb fasst das Campaigning- und Politikteam von Kampagnenforum die wichtigsten politischen Entscheide des Bundesrats für NGOs, Behörden und weitere Akteure jeweils kompakt zusammen. Die Übersicht zur Bundesratssitzung vom 24\. Juni 2026 mit den wichtigsten Beschlüssen zur internationalen Zusammenarbeit, Gesundheitspolitik und Drogenpolitik ist zu finden auf LinkedIn: www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7475995568067149824/
Advocacy, Campaigning und Kommunikation: der Kampagnenforum-Politradar
Mehr für die Politik-, Kommunikation- , Kampagnen- und Advocacyarbeit gibt es auch im Politradar bei uns: www.kampagnenforum.ch/de/politikradar
Autor:innen-Profil Marianne Affolter ist Sozialwissenschaftlerin, Kommunikations- und Politikexpertin sowie Co-Geschäftsleiterin des Kampagnenforums. Seit über 20 Jahren analysiert und begleitet sie politische, gesellschaftliche und kommunikative Entwicklungen an der Schnittstelle von Strategie, Campaigning, Public Affairs und Organisationsentwicklung.
FAQ: Warum politische Entscheide früh eingeordnet werden sollten
Warum sollten NGOs Bundesratsentscheide beobachten?
Politische Entscheide verändern häufig die Rahmenbedingungen für Förderprogramme, Finanzierung, Regulierung oder Zusammenarbeit mit Behörden. Wer Entwicklungen früh erkennt, kann Strategien, Kommunikation und Projekte rechtzeitig anpassen, statt erst auf bereits eingetretene Veränderungen zu reagieren.
Warum reicht es nicht aus, Medienmitteilungen des Bundes zu lesen?
Medienmitteilungen informieren über politische Beschlüsse, ordnen deren Auswirkungen für einzelne Branchen oder Organisationen jedoch nur selten ein. Für NGOs, Verbände und Behörden ist deshalb die strategische Analyse oft ebenso wichtig wie der eigentliche Entscheid.
Welche Bedeutung haben politische Frühinformationen für Non-Profit-Organisationen?
Frühzeitige Informationen ermöglichen es Organisationen, Chancen und Risiken besser einzuschätzen, Entwicklungen in ihre Planung einzubeziehen und sich auf veränderte politische oder finanzielle Rahmenbedingungen vorzubereiten.
Wie können NGOs politische Entwicklungen strategisch nutzen?
Organisationen, die politische Veränderungen früh analysieren, können ihre Interessenvertretung, Projektplanung, Partnerschaften und Kommunikation gezielt darauf ausrichten. Das schafft Handlungsspielraum und verbessert die strategische Entscheidungsfähigkeit.
Welche Rolle spielen Public Affairs und Advocacy in der internationalen Zusammenarbeit?
Internationale Zusammenarbeit ist stark von politischen Prioritäten geprägt. Public Affairs und Advocacy helfen Organisationen, politische Entwicklungen einzuordnen, relevante Akteure zu identifizieren und die eigenen Anliegen faktenbasiert in politische Prozesse einzubringen.
Warum wird politische Einordnung für Kommunikationsverantwortliche immer wichtiger?
Politische Entscheide betreffen heute viele Organisationen direkt. Kommunikationsverantwortliche müssen deshalb nicht nur informieren, sondern auch erklären, welche Konsequenzen neue Gesetze, Strategien oder Budgetentsscheide für ihre Anspruchsgruppen haben können.
Wie lassen sich politische Entwicklungen effizient beobachten?
Für viele Organisationen ist es sinnvoll, politische Entscheide regelmässig zu verfolgen und deren Auswirkungen auf das eigene Tätigkeitsfeld einzuordnen. Besonders relevant sind Bundesratsbeschlüsse, parlamentarische Geschäfte und Gesetzesänderungen, die Finanzierung, Regulierung oder strategische Rahmenbedingungen beeinflussen.
Warum wird politische Analyse zu einem strategischen Erfolgsfaktor?
Politische Rahmenbedingungen verändern sich kontinuierlich. Organisationen, die politische Entwicklungen systematisch beobachten und frühzeitig in ihre Strategie einbeziehen, können fundierter entscheiden, schneller reagieren und ihre Ressourcen gezielter einsetzen.