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Investigative Recherche: Ein Muss für NGOs

22 Aug 17
Catherine Boss

NGO's stehen vor dem gleichen Problem wie Medienleute: Das Publikum wird mit Informationen überschüttet. Von überall her erhalten die Leser und Zuhörer Stoff über Dramen, Katastrophen, Missstände und Elend. Es stellt sich deshalb die Frage, wie der einzelne Journalist mit seiner Story da noch herausstechen will? Und wie es eine Kampagne einer NGO schafft, nicht im Getöse der internationalen Nachrichten und Skandalgeschichten unterzugehen?

Eine der Antworten ist die investigative Recherche. Wer tiefer gräbt, interessantere Geschichten findet, fundamentaler Missstände aufdeckt, wird auch bei viel medialem Lärm noch gehört. 

Umso mehr, als die Kundschaft heute höhere Ansprüche an Kampagnen stellt. Es reicht nicht, allein mit lauter Stimme ein Problem anzuprangern. Die Konsumenten erwarten mehr. Sie wollen Fakten, Daten, Belege für Missstände sehen, um selbst zu beurteilen, was sie davon halten sollen.

Zudem bauen Medienhäuser ihre Kapazitäten für grosse Recherchen zum Teil ab. Das alles öffnet einen Markt für NGO's. Sie können mit grossen Recherchen punkten. Selbst kleine Organisationen können sich Gehör verschaffen, wenn sie ein paar Mal mit Scoops in den Medien erscheinen.

Wie kommt man zu einer relevanten investigativen Recherche?

Als Reporterin des Recherchedesk der Sonntagszeitung habe ich an verschiedenen internationalen Recherchen teilgenommen - zuletzt an der Arbeit in den Panama Papers

Investigative Recherche ist keine Zauberei. Es gibt Tricks und Tipps - und Erfahrungen, die ich weitervermitteln will. 

Wir werden im Kurs Techniken besprechen, wie wir Quellen öffnen und Informanten dazu bringen, uns zu vertrauen. Wir wir uns im Wirrwarr einer grossen Recherche besser organisieren um das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Wie wir tiefer graben, als wir dies bisher gemacht haben. Worauf wir achten müssten, damit unsere Recherchen relevant bleiben. Und wie wir die Geschichte am Schluss in die Medien bringen.

Wir werden an konkreten Beispielen diskutieren, wie wir vorgehen - und in kurzen Workshops das angeleitete ausprobieren. Für Anfänger bringt der Kurs Einstiegshilfen, für Fortgeschrittene neue Inputs, um das Handwerk zu verfeinern.

 

Autorin: Catherine Boss ist langjährige Journalistin und arbeitet als Reporterin des Recherchedesk bei der Sonntagszeitung. Sie ist Teil der internationalen Recherche mit dem Journalisten-Konsortium ICIJ und mitverantwortlich für die Bearbeitung von Datenlecks, zuletzt für die Panama Papers. 2009 löste sie zusammen mit den Kollegen Martin Stoll und Karl Wild eines der grössten politischen Erdbeben der Schweiz aus, in deren Folge Armeechef Roland Näf und Bundesrat Samuel Schmid zurücktraten. Das Journalisten-Team erhielt dafür den Zürcher Journalistenpreis.

Investigative Recherche: Ein Muss für NGOs

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Kurs: Recherche - Fakten finden, die den Stein ins Rollen bringen - AUSGEBUCHT

3
Okt
2017

Vermutungen und Altbekanntes lassen Medienschaffende kalt und mobilisieren keine Menschen. Schlagkräftige Kampagnen decken Missstände auf und legen den Finger auf den wunden Punkt. Doch dazu braucht es Fakten, Dokumente, Quellen, die Unregelmässigkeiten oder Unhaltbares belegen. Doch wie finden wir die? Wie reden wir mit Informanten? Wie gut müssen wir unsere Recherchen untermauern, damit sie glaubhaft sind?

Wo AKI, Hirschengraben 86, 8001 Zürich
Wann 3. Oktober 2017 - 9:15 - 3. Oktober 2017 - 17:30

Kurs: Recherche

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