Video eignet sich gut, um Geschehenes zu dokumentieren. Aktivitäten Ihrer Organisation leben so auch nach dem Event weiter und können einfach verbreitet oder wieder erlebt werden. Mit Video können Sie Beweise für fragwürdiges oder falsches Verhalten ihrer Gegner festhalten. Lesen Sie in diesem Kapitel, wofür sich Video besonders gut eignet und worauf Sie beim Dokumentieren denken sollten. Doku ist simpel und alles andere als langweilig: So macht Video Spass!
Weshalb soll ich dokumentieren?
Dokumentieren Sie viele Aktivitäten und gewöhnen Sie Ihre Mitglieder und Aktiven an Video. Es braucht dazu gar nicht viel: Ein Stimmungsbild und ein Statement einer Teilnehmerin überbringt bereits die wichtigste inhaltliche und atmosphärische Botschaft an Ihre Basis.
Komplex wird einfach
Nutzen Sie die Tatsache, dass Menschen gerne Geschichten erzählt bekommen. Neben einfachen Erlebnisberichten und Statements, eignet sich Video eignet auch für komplexe Zusammenhänge. Die Visualisierung unterstützt das Verständnis von komplizierten Themen, die im Video verständlich dargestellt und als logische Kette von Ereignissen erlebbar werden. Mehr Menschen vermögen Ursache und Wirkung eines Missstandes zu verstehen, wenn nicht bloss Wörter sondern Bilder und eine Stimme eine aufbereitete Geschichte näher bringen.
Nah und glaubwürdig
Videos wirken authentisch. «Seeing is believing»: Sie können mit relativ wenig Aufwand Glaubwürdigkeit und Nähe für Ihr Anliegen erreichen. Diese Nähe schafft Identifikation für die Mitglieder und UnterstützerInnen mit Ihren Themen und erhöht so die Bindung an Ihre Organisation. Mit einem Video schaffen Sie auch eine Möglichkeit für Interessierte, Ihre Organisation zu erleben und sich ein Bild zu machen.
Mobilisieren und Verbreiten
Mit einem Video können Sie Unterstützende mobilisieren. Mit einem guten Namen und sinnvollen Tags (siehe Kapitel Mit Video Freiwillige einbinden) wird ein Video im Internet gefunden und im Idealfall weitergeschickt. Dieser Multiplikatoreffekt ist gerade bei kontroversen Themen nicht zu unterschätzen. So können Sie ein Thema auf Ihre Weise verbreiten und besetzen.
Nähe überzeugt. Wir sind am ehesten bereit, zuzuhören oder etwas zu tun, wenn jemand, den wir kennen oder der wir vertrauen, uns anspricht. Sie können dieses Mobilisierungspotenzial mit Videos an verschiedene Anspruchsgruppen nutzen.
(Lesen Sie auch in Kapitel Mit Video Freiwillige einbinden, wie Sie Unterstützende Videos machen lassen können. So gewinnt Ihre Kampagne an Authentizität.)
Was kann ich gut dokumentieren?
Videodokumentation eignet sich für alle Arten von Veranstaltungen mit Menschen. Sie können sehr einfach aus jeder Aktion, jedem Event, jeder Aktivität ein Video machen – eigentlich überall, wo etwas passiert.
Ein Video mit diesen Menschen und ihrem Engagement überbringt nicht nur Inhalte, sondern auch Stimmungen. Gerade im Campaigning verdient Video grosse Beachtung, da es um Menschen geht, die für etwas einstehen. Ein Missstand kann zwar die Stimme selber nicht erheben, wird aber in einem Video mit Betroffenen und Engagierten erlebbar gemacht.
Wie geht ein gutes Dokuvideo?
Geschichte erzählen
Vergessen Sie nie, dass Menschen gerne Menschen zuschauen. Versuchen Sie, passende Protagonistinnen und Statisten für Ihre Geschichte zu finden und Sie für Ihr Zielpublikum zu erzählen. Die Spannung kommt auch in einem Video oft daher, dass nicht schon zu Beginn die Katze aus dem Sack gelassen wird. Es soll sich ja schliesslich lohnen, den Beitrag zu Ende zu schauen.
Neben der Geschichte spielt die Stimmung eine wichtige Rolle. Mit Statements von Beteiligten oder Interviews mit Experten können Sie Ihrem Video eine Atmosphäre mitgeben, welche den Inhalt ideal unterstützt. Manchmal reicht bereits eine ungeschnittene Sequenz, oder einfach nur ein Quote. Für mehr Unmittelbarkeit können Beteiligte die Situation aus ihrer persönlichen Sicht beschreiben lassen. Dies kann als Erzähltext verwendet und unter die Bilder gelegt werden. Weitere einfache Formen sind Interviews mit Betroffenen oder Experten, oder Quotes von TeilnehmerInnen oder OrganisatorInnen.
Nah dran
Mehr Nähe zwischen Thema, Darstellern und Zuschauerinnen entsteht, wenn ein Video im Präsens erzählt wird. Benutzen Sie auch die verschiedenen Perspektiven des Bildes. Gehen Sie nah ran und zeigen Sie Details. Wechseln Sie zu einer entfernteren Perspektive und schaffen Sie so einen Überblick, den Sie mit verschiedenen gesammelten Stimmen oder einer Stimme aus dem Off unterlegen können.
Erzählstimme
Die Erzählstimme ist ideal als Einführung, in ein bis zwei Sätzen kann sie die Situation beschreiben: Wer ist wer, was passiert und vielleicht was war vorher, wo und warum passiert hier etwas. Falls Sie mehr Ressourcen für Ihr Video einsetzen können, lohnt sich der Typ "TV-Beitrag". Dies gibt Ihnen die Chance, den Zuschauern eine Deutungsmöglichkeit des Gezeigten mitzugeben oder Hintergründe zu erklären.
Technisches
Basics
Videomachen ist einfach und braucht kein Profiequipment. Sie benötigen bloss eine Videokamera und ein Schnittprogramm (iMovie, FinalCut, Premiere, Magix).
Drehen: Licht und Ton
Ohne Licht kein Bild. Es lohnt sich bei schlechter Beleuchtung, eine Lampe mitzunehmen oder eine Strassenlampe zu suchen. Bei Sonne achtgeben, dass sie sich im Rücken befindet. Sauberer Ton ist ebenfalls wichtig. Bei Interviews auf Wind und Strassenlärm aufpassen, wenn möglich ein Mikrofon mit Windschutz verwenden und generell das Mikrofon nah hinhalten.
Drehen: Menschen im Bild
Ungeübten Menschen hinter der Kamera passiert es oft, dass sie die Leute „abduschen“. Es ist viel angenehmer, ein Video zu schauen, wenn die Kamera ruhig ist und nicht ständig über Gesichter und Körper hin- und herschwenkt. Denken Sie in Standbildern, splitten Sie die Szene auf in einzelne Bilder, zum Beispiel in Details und Situation.
Länge
Der Trick für ein erfolgreiches Video liegt auch in seiner Kürze. Ausser Angefressene und Freunde oder Familie schaut niemand ein 6-minütiges Video. Zwar gilt oft, je kürzer desto schwieriger, doch es ist besser, zwei kurze als ein langes Video zu erstellen. Versuchen Sie, Ihre Videos nicht länger als eine Minute zu halten und für eine längere, komplexe Geschichte unter vier Minuten. So kann Ihr Video auch in der schnelllebigen Internetwelt überleben und nach Belieben weitergeschickt werden.
Wir helfen Ihnen gerne weiter
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie sie Video für Ihre Kampagne einsetzen können? Kontaktieren Sie Peter Haberstich unter 044 500 31 01 oder phaberstich@kampagnenforum.ch.




