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Die Verantwortung der westlichen Welt an der Armut in Entwicklungsländern

26 Jul 17
Sarah Maragan

Das Guinea, das ich erlebte, ist kein Land ohne Ressourcen. Ein Wasserschloss und fruchtbare Erde, mit reichhaltigen Fischgründen. Guinea liefert einen bemerkenswerten Anteil der Grundnahrungsmittel, insbesondere Reis, in die Nachbarländer Mali und Senegal.

 

Zuletzt lag die internationale Aufmerksamkeit 2014-2015 auf dem kleinen Land an der westafrikanischen Küste, als es unter der Ebola-Epidemie fast zu zerbrechen drohte. Es wurde das Bild eines heruntergekommenen, armen Land gezeichnet. Afrika, wie man es sich eben vorstellt.

Ich erlebte aber ein weitgehend demokratisches Land, in dem man sich sicher bewegen konnte. Arm, ja, doch das Land ist nicht kriegsversehrt und die Kriminalitätsrate ist erstaunlich niedrig.  
 


Was viele auch nicht wissen, ist, dass Guinea zudem über reichhaltige Bodenschätze verfügt. Gold, Erdöl, Diamanten, Eisen, Nickel... Wenn wir über die Hügel im Landesinneren flogen, schimmerte der Boden in der grünen Landschaft. Bauxit. Der primäre Rohstoff zur Herstellung von Aluminium. Guinea ist einer der grössten Hersteller dieses Minerals. Gemäss Wikipedia beherbergt das Land 2/3 der weltweiten Bauxitreserven. 
 
Wie kommt es denn, dass die Bevölkerung eines an Bodenschätzen derart reichen Landes so arm ist? Das Video erklärt, wie Alcoa die Bauxitminen in Guinea ausbeutet und die ganzen Gewinne für sich alleine einstreicht, obwohl die Verträge der lokalen Bevölkerung ihren Anteil zusichern.


How the Rich Keep us Poor from Karim.

 

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Unzählige multinationale Konzerne beanspruchen die Bodenschätze in afrikanischen Ländern für sich, ohne der lokalen Bevölkerung Anteil am Reichtum ihres Landes zuzugestehen. Ich könnte hier auch von Diamanten in Südafrika oder von seltenen Erden in Kongo schreiben. In der reichen Welt wollen wir Überfluss zu möglichst niedrigen Kosten. Und fördern damit Armut in Afrika. Aber wehe, die Menschen, deren Lebensgrundlage wir durch unseren luxuriösen Lebensstil entziehen, wollen an unserem Wohlergehen teilhaben...

Ich glaube, wenn wir mehr Gerechtigkeit in der Welt wollen, dann müssen wir genau hier ansetzen. 

In einem ersten Schritt können wir von Alcoa verlangen, dass sich der Konzern an die Verträge hält und der guineischen Bevölkerung ihren Anteil am Gewinn des Bauxit-Abbaus zugesteht. 

Jetzt Petition “How The Rich Keep Us Poor” unterschreiben!

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