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Project R - Revolutionäre Medienarbeit in drei Schritten

9 Mai 17
Oliver Classen

Bam!! Mit fundamentaler Medienkritik und einem so vagen wie sympathischen Versprechen lassen sich in der Schweiz Millionen sammeln! Die erste Kiste war schon nach Tagesfrist beisammen, fast drei sind es nach den ersten zwei Wochen. Weltrekord. 

Das ganze Land reibt sich die Augen über den epochalen Effekt eines Crowdfundings, dessen nur notdürftig als Newsletter maskierte Werbetexte den Nerv einer zugleich medienmüden und mediengeilen Nation getroffen haben. Und laut Constantin Seibt „hektoliterweise Hoffnung“ verkauft. Einer der bald 12‘000 Neo-Verleger bringt das Doppelmotiv der meisten Republikaner/innen auf den Punkt: „Erstens will ich den Seibt wieder lesen. Und wenn sie dabei, zweitens, en passant auch die Demokratie retten, soll's mir recht sein.“

Messaging

Bleibt die Frage, was sich aus der republikanischen Kult-Kampagne für die tägliche Medienarbeit lernen lässt. Die Antwort: Nichts weniger als wie man jene drei Schlüsselfaktoren inszeniert und kombiniert, die letztlich über die öffentliche Resonanz jeder Idee oder Aktion entscheiden. Egal ob diese politischer oder geschäftlicher Natur ist. Da ist zunächst und zuvorderst das Messaging: Die Verdichtung des eigenen Anliegens zu einer knackigen Kernbotschaft steht am Anfang jeder erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit. Zur möglichst medienwirksamen Vermittlung komplexer Inhalte bedarf es neben rhetorischer Raffinesse aber immer auch eines gesunden Sendungsbewusstseins und etwas Chuzpe. So wie es etwa im kühl kalkulierten Pathos der Republik zum Ausdruck kommt.

Timing

Fast ebenso wichtig ist das richtige Timing und Fine Tuning. Denn Botschaften sind wie Segel: Sie brauchen nicht zwingend Rückenwind, dafür aber jemanden, der sie schnell in jene Richtung drehen kann, aus der der Zeitgeist grad weht. Dass sich die Republik vor Rückenwind (Medienkrise plus Brexit, Trump et al.) kaum retten konnte, hat sie weit übers anvisierte Ziel hinausgetragen. So günstiges Wetter ist aber nicht jeder Kampagne vergönnt. Ausser Glück braucht’s deshalb auch jenes „Gespür für Gegenwart“ (WOZ), das eigentlich alle Öffentlichkeitsarbeiter/innen mitbringen sollten – egal ob sie in Redaktionen oder Medienstellen daheim sind. Unter Timing fällt auch die ausgeklügelte und dennoch flexible Dramaturgie kommunikativer Massnahmenpakete. Entsprechend gespannt darf man aufs Schlussbouqet der republikanischen Weltrekord-Kampagne Ende Mai sein.

Networking

Okay, ein cleveres Wording bringt erste Aufmerksamkeit und der Zeitgeist kann Flügel verleihen. Doch ohne nachhaltiges Networking ernten selbst die bestechendsten Innovationen und besten Anliegen nicht annähernd den „Buzz“, den sie eigentlich verdienen würden. Kurz: Effiziente und effektive Medienarbeit ist also immer (auch) ein Beziehungsdelikt. Und dies im besten Sinne, schliesslich sind es unsere Ideen und Informationen ja wert, von möglichst vielen Menschen gesehen, gehört und gelesen zu werden. Und bis zur ersten Ausgabe der Republik müssen wir dafür halt weiter die herkömmlichen Mainstream-Medien nutzen wink.

Projekt R

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Kurs: Medienarbeit

26
Jun
2017

Kampagnen brauchen Kommunikation nicht nur; gute Kampagnen sind Kommunikation, sind ein Dialog mit der Öffentlichkeit mit Hilfe von publizistichen Kanälen. Entscheidend für die öffentliche Wahrnehmung und Wirkung ist deshalb nicht nur der Inhalt (m)eines Anliegens, sondern ebenso dessen Verpackung, Vermittlung oder genauer: Verkauf.

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Wo Genossenschaft Kalkbreite, Kalkbreitenstrasse 2, 8003 Zürich
Wann 26. Juni 2017 - 9:15 - 26. Juni 2017 - 17:15

Medienarbeit

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